Schulparabel der 10er (2000/2001)  über sich selbst

gestern - heute - morgen

Direkt zur 10a Direkt zur 10b

Als ich Kristina fragte was für sie eigentlich das Beste in diesen 10 Jahren war, hätte ich mir die Frage eigentlich sparen können.

" 1. Ferien, 2. Wandertage, 3. Schulfeste! "

- völlig klar, die Schokoladenseite eben -

Aber wer glaubt, dass das schon alles war, hat sich eindeutig geirrt!

Angefangen bei unseren ersten Schreibversuchen, die man als hyroglyphenartige Höhlenmalereien bezeichnen könnte, bis hin  zu echten Härtefällen, die unser Geschick im Umgang mit Zahlen betrafen.

Kleine Missverständnisse kommen da hin und wieder mal vor, wie z.B. weil man die Dauer der Schulstunde noch nicht so recht einschätzen kann und schließlich mitten im Unterricht gedankenverloren sein Pausenbrot auspackt. Da raucht einem schon mal der Kopf, bei so vielen neuen Sachen, welche einem in der Schule vermittelt werden. Egal ob das nun das 1x1 oder eher "Gummiehoppe" ist.

In der 5. Klasse, so sagte man uns, gehe das "harte" Schulleben erst so richtig los. Gemerkt haben wir davon nicht viel, da wir uns die Schulstunden immer mit einer kräftigen Prise Witz und Humor würzten. Verdutzt hat uns glaube ich im ersten Moment nur unser neuer Stundenplan, der jetzt mit so merkwürdigen Fächern wie Biologie oder Geografie gespickt war. Das klang sehr mysteriös, stellte sich später jedoch als weniger kompliziert heraus als es in Wirklichkeit war.

Am aufregendsten aber waren eindeutig die letzten beiden Jahre.  

" Die 9. Klasse war echt cool! Zwar waren auch 
damals Hausaufgaben nicht gerade Mangelware,
aber da uns die Prüfungen noch so weit entfernt
schienen, nahmen wir das ganze eher locker.
Spontane Picknick`s, Partys oder auch langwierig  
geplantes Zelten, sowie ein Bisschen Kaffeeklatsch
schufen den Ausgleich."  -Christina-
Natürlich verfolgten wir auch damals schon mit einigem Schmunzeln die Schulaktivitäten unserer damaligen 10er. Sie hetzten von Stunde zu Stunde (bzw. Konsultation), saßen bis in die Nacht an Vorträgen um ihren Durchschnitt in Sachen Zensuren aufzupolieren und fluchten den nächsten morgen lautstark über diesen ach so jugendfeindlichen Stress! Klar wussten wir , dass es uns irgendwann genauso gehen würde, aber bis dahin genossen wir unsere verbleibende Zeit in vollen Zügen.

Ein paar Monate später ...

 

Für ein Jahr 10er sein

Endlich haben sie es geschafft. Sie sind die Ältesten, Größten, Höchsten und - es sollte wohl so sein - auch die Klügsten.
Neun Jahre lang mussten sie auf diesen Augenblick der Genugtuung warten. Neun Jahre lang aufpassen, runterrasseln,   still sitzen, Bankritzen, denken, verrenken, zuhören, stören, prüfen lassen, Essenfassen, Lieder singen, Weiten springen.
Nun haben sie keinen mehr über sich, aber viele unter sich. Die meisten tragen das mit Würde, sie lassen zu sich aufblicken. Manche lassen sich auch gern haben.
Jeder reißt sich nach ihnen. Auf jüngere Mädchen wirken männliche 10ner wie ein Magnet.
Die 10ner sind am Zug, sie können auswählen, sind begehrt, werden verehrt. Die schlimmen Knabenzeiten der Missachtung liegen hinter ihnen.
10ner Mädchen unterstreichen ihre Position mit allerhand Stiften und Pinseln. Mit kräftigen Farben und Formen beleben sie das Bild.
10ner beiden Geschlechts rauchen ungeniert. Damit sind sie (k)ein Vorbild für Jüngere, die sich älter machen wollen.
Überall sind sie die Ersten. Bei der Essensausgabe, beim Pauseneinlass, in der Disko. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Neun Jahre lang waren es andere. Nun regieren sie, ein Jahr lang - ihr zehntes und letztes Jahr. Jeder weiß das und richtet sich danach. Wer es ignoriert, tut das nicht lange, denn die ältesten haben auch die kräftigsten Muskeln und den größten Mund.
Ein Jahr kosten sie aus, die Größten zu sein - ganz vergessend, dass sie im nächsten Jahr schon wieder die Kleinsten sind.
(Jutha Resch-Treuwuth)
Das war also the red side of live, jedenfalls in Sachen 10te Klasse. Eine ganz andere Perspektive bietet uns Birgit, die ich mal eben abgepasst habe. Lässig schält sie eine Banane und sagt nachdenklich:
"Klar hab ich Stress, besonders da die Lehrer jeden Tag das Gleiche labern. Immer heißt es, dass bald Prüfungen sind und wir mehr ackern sollten, am besten täglich jeweils 4 Stunden Mathe, Englisch, Chemie und Hausaufgaben sowieso. Sie verfeinern uns das Gericht natürlich noch mit Vorträgen aller Art. Diese Würze finde ich besonders großzügig ausgeprägt." 
Ah, hier kommt mein Stichwort. Also um es mal klarzustellen, Mathehausarbeiten haben ihren eigenen Flair. Da glüht die Luft, es rauchen Köpfe und obendrein fliegen Tafelwerke und verjährte Mathehefte durch das Zimmer.
Da gönnen wir uns doch zwischendurch noch 'ne kleine Pause (Osterferien), denn danach haben wir garantiert keine ruhige Minute mehr. 

 

Als Fazit könnte man bemerken und das können uns zahlreiche Ex-10er bestätigen, dass die Prüfungszeit und die Zeit danach, eigentlich die ultimativste überhaupt ist, mit Arbeit verbunden, aber auch voller Hoffnung und Erwartungen für die Zukunft!

 

Direkt zur 10a

Direkt zur 10b

 

 
www.radibor.net